© Bild von Hubert Berberich / CC BY 3.0

B-15 Einführung von Auszubildendenwerken; zur Weiterleitung an: SPD Landesparteitag Baden-Württemberg, SPD Landtagsfraktion Baden-Württemberg

AntragstellerInnen: Ludwigsburg

Einführung von Auszubildendenwerken; zur Weiterleitung an: SPD Landesparteitag Baden-Württemberg, SPD Landtagsfraktion Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg entscheiden sich immer weniger Menschen für eine duale Berufsausbildung. Dies hat unterschiedliche Gründe, einer davon ist die geringe Attraktivität im Vergleich zu den Studienangeboten im Land. Aus diesem Grund sollen in Baden-Württemberg analog zu den bereits vorhandenen Studierendenwerken sogenannte Auszubildendenwerke eingeführt werden. Diese sollen sich mit folgenden Aufgaben zur Unterstützung von Auszubildenden befassen:
• Wohnraum für Auszubildende:
In Ballungsräumen wie Stuttgart wird es für junge Menschen, die eine Berufsausbildung starten, immer schwieriger Wohnraum anmieten zu können. Auf der anderen Seite müssen Auszubildende bei der Wahl eines Arbeitgebers eine gewisse Wohnortflexibilität mitbringen. Hinzu kommt, dass viele Ausbildungsgänge nur an wenigen Berufsschulen im Land angeboten werden. Wenn es ausnahmsweise doch mal freien Wohnraum gibt, ist dieser mit Ausbildungsvergütungen nicht finanzierbar. Daher ist es wichtig, bezahlbaren Wohnraum in der Nähe von Schulen beziehungsweise Ausbildungsstellen durch Auszubildendenwerke zu schaffen. Daher sollen konkret Auszubildendenwohnheime geschaffen, und durch Kooperationen mit Studierendenwerken Auszubildendenquoten in Studierendenwohnheimen geschaffen werden. Die Finanzierung der Auszubildendenwohnheime muss über Arbeitgebende erfolgen.
• Betreuung
Was bei Studierenden längst Normalität ist, wird bei Auszubildenden häufig noch als etwas Besonderes wahrgenommen: Ein Kind während der Ausbildung. Mit der Teilzeitausbildung gibt es bereits ein gutes Modell, um dennoch die Ausbildung erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Ebenfalls bieten einige Betriebe spezielle Betreuungsangebote für Beschäftigte an. Es bedarf aber auch eines Angebots zur Kinderbetreuung, wenn Auszubildende die Berufsschule besuchen. Hierfür sind Betreuungseinrichtungen zu schaffen oder Belegplätze in schulnahen Einrichtungen einzurichten. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob Auszubildende eine Unterstützung angeboten werden kann, wenn sie Angehörige betreuen und pflegen.
• Beratung und Unterstützung
In der Ausbildung steht man häufig vor herausfordernden Situationen. Ein Auszubildender hat eine Prüfung verhauen, einer anderen reicht wegen einem kaputten Auto die Ausbildungsvergütung diesen Monat nicht. Genau dann benötigen Auszubildende eine kompetente Unterstützung. In Ergänzung zu betrieblichen Interessenvertretungen und gewerkschaftlicher Arbeit sollen durch Auszubildendenwerke rechtliche Einschätzungen, therapeutische Beratungen und Auszubildendendarlehen angeboten werden. Dazu zählt auch die Unterstützung bei der Beantragung von finanziellen Hilfen wie Wohngeld oder Berufsausbildungsbeihilfe. Zum Angebot sollen ebenfalls Beratungen hinsichtlich Fort- und Weiterbildungen zählen.
In Ergänzung dazu soll nach der Einführung geprüft werden, ob es Bedarf an speziellen Verpflegungseinrichtungen gibt, und ob Angebote außerhalb der Berufsausbildung geschaffen werden können. Dabei sind Sport- und Freizeitangebote ebenso denkbar wie Sprachkurse und Zusatzqualifikationen.
Die Finanzierung von Auszubildendenwerken soll analog denen der Studierendenwerke erfolgen. Dafür sind neben Beiträgen von Auszubildenden und finanziellen Erlösen aus dem Betrieb Zuschüsse durch das Land erforderlich.
Auszubildende werden eine Mitsprache bei der Schaffung, Weiterentwicklung und Veränderung von Angeboten und Unterstützungen erhalten. Daher muss es die Möglichkeit geben, dass Auszubildende eine Vertretung für das jeweilige Auszubildendenwerk wählen können

Beschluss

geändert angenommen

PDF

Download (pdf)

Änderungsanträge zu B-15

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
B-15-35-37 35-37 Stuttgart

Ersetze Z. 35-37 durch: Die Ausbildungswerke sollen durch Beiträge der Ausbildungsunternehmen, finanziellen Erlösen aus dem Betrieb und Zuschüssen aus dem Land finanziert werden.

Änderungsantrag zu B-15 erstellen

Um einen Änderungsantrag einreichen zu können, benötigt ihr einen Delegiertenzugang für das Konferenzsystem. Dieser wird vom Landesbüro an die Vorsitzenden der einzelnen Kreisverbände versendet. Zum Anmelden müsst ihr das Widget in der rechten Spalte verwenden.