© Bild von Hubert Berberich / CC BY 3.0

S-25 Einsatz von Apothekern auf Krankenhausstationen; zur Weiterleitung an: Juso-Bundeskongress, SPD Landtagsfraktion, SPD Bundestagsfraktion

AntragstellerInnen: Karlsruhe-Stadt

Einsatz von Apothekern auf Krankenhausstationen; zur Weiterleitung an: Juso-Bundeskongress, SPD Landtagsfraktion, SPD Bundestagsfraktion

Die Jusos Karlsruhe-Stadt fordern den landesweit flächendeckenden Einsatz bzw. die Miteinbeziehung von Apothekern zu Beginn jeder stationären Krankenhausbehandlung.
Diese sollen in Sechs-Augen-Gesprächen mit Arzt und Patient beratend bei der medikamentösen Behandlung mitwirken.

Begründung:

Statistiken belegen, dass mindestens 5% aller Krankenhausaufenthalte in Deutschland auf 21 Polymedikation sowie Selbstmedikation beruhen. [1]

Schätzungen zufolge sind unerwartete Arzneimittelwirkungen durch vermeidbare Medikationsfehler der Grund für etwa 500 000 Notfall-Krankenhauseinweisungen pro Jahr in Deutschland.

Konkrete Angaben über die Gesamtkosten, die aus den Folgewirkungen von Fehlmedikationen resultieren – bspw. vermeidbare Akut- und Rehabilitationsbehandlungen oder irreversible Langzeitschäden mit der Folge von Behinderungen und Pflegebedürftigkeit – liegen in Deutschland bisher nicht vor.

Allerdings ist die geschätzte Anzahl an Todesfällen in Folge von Poly- und Selbstmedikation ernüchternd. In Deutschland wird die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Polymedikation auf 16.000 bis 25.000 pro Jahr geschätzt. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 starben etwa 3.400 Menschen im Straßenverkehr.

Wie bereits in England sowie in manchen deutschen Krankenhäusern (z.B. Uniklinikum Dresden) gängige Praxis, sollen Apotheker bei der Krankenhausbehandlung beratend hinzugezogen werden.

Da Apotheker sich meist besser als Ärzte mit Wechselwirkungen und Kontraindikationen von Medikamenten auskennen, sollen diese die Krankenhausärzte unterstützend beraten.

Hierzu ein Auszug von der Homepage des Uniklinikums Dresden:

„Bei der pharmazeutischen Kurvenvisite wird arbeitstäglich die Medikation des Patienten auf korrekte Dosierung, Wechselwirkungen und Kontraindikationen geprüft. Dabei wird diese im Zusammenhang mit bestehenden Erkrankungen als auch mit Vital- und Laborwerten betrachtet. Die Apotheker arbeiten eng mit Ärzten zusammen und geben Empfehlungen für die medikamentöse Therapie des Patienten. Die Präsenz auf Station gibt Pflegekräften, Ärzten und auch Patienten die Möglichkeit, Fragen zu Medikamenten und deren Anwendung vor Ort zu klären. Durch die Teilnahme an Visiten steht damit direkt bei der Verordnung von 46 Medikamenten ein Ansprechpartner zur Verfügung. Eine wichtige Aufgabe findet sich zudem an der Schnittstelle zwischen stationärer Versorgung und ambulanter Weiterbehandlung. Stationsapotheker überprüfen im Entlassbrief den Medikamentenplan auf Aktualität und Richtigkeit und können den Hausarzt auf Medikationsänderungen und Probleme hinweisen.“

[2] Vorteile des Konzepts sind somit eine gezielte Entlastung der Ärzte sowie eine abgesichertere Behandlung der Patienten.

Auch verringert sich dadurch die Anzahl von Todesopfern und Krankenhausaufenthalten, wodurch sich wiederum langfristig Einsparungen im Gesundheitssystem abzeichnen.

Quellen:

[1]: https://www.abda.de/fileadmin/assets/.../Faktenblatt_Polymedikation_20161114.pdf

[2]: https://www.uniklinikum-dresden.de/de/das-klinikum/geschaeftsbereiche/klinik-

apotheke/ordner1/klinisch-pharmazeutische-dienstleistungen/stationsapotheker

PDF

Download (pdf)

Änderungsanträge zu S-25

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
S-25-1-8,9 1-8,9 Tübingen

Verschieben von Zeile 1-8 in Begründung und Streichung von daher in Zeile 9

Änderungsantrag zu S-25 erstellen

Um einen Änderungsantrag einreichen zu können, benötigt ihr einen Delegiertenzugang für das Konferenzsystem. Dieser wird vom Landesbüro an die Vorsitzenden der einzelnen Kreisverbände versendet. Zum Anmelden müsst ihr das Widget in der rechten Spalte verwenden.