© Bild von Hubert Berberich / CC BY 3.0

S-20 Freiwillige in Freiwilligendiensten stärken!; zur Weiterleitung an: Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der SPD Bundestagsfraktion, Juso Bundeskongress

AntragstellerInnen: Heilbronn

Freiwillige in Freiwilligendiensten stärken!; zur Weiterleitung an: Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der SPD Bundestagsfraktion, Juso Bundeskongress

Die Jusos fordern die Stärkung von Teilnehmern und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Freiwilligendienste. Für Menschen die sich im Rahmen eines Freiwilligendienstes engagieren und so einen wertvollen Beitrag für die Zivilgesellschaft leisten muss ein stärkerer Schutz gegen Ausbeutung gewährleistet werden.

Konkret fordern wir:

Transparenz bei den Arbeitszeiten

Obwohl für Beteiligte der Freiwilligendienste maximal eine Arbeitszeit von vierzig Arbeitsstunden in der Woche vorgesehen ist, kann es immer noch vorkommen, dass diese gezwungen sind, deutlich über diese Zeitvorgaben hinweg weiter zu arbeiten. Innerhalb eines Jahres können sich dabei etliche Überstunden ansammeln, die nicht ausgezahlt werden können, da der/die Freiwillige keinen Lohn erhält. Auch ist eine vertragliche Regelung von Überstunden oft nicht festgelegt.

Wir fordern deshalb:

  • Dass die Arbeitszeiten von Dienststelle und Freiwilligen nachvollziehbar dokumentiert werden sollen, um einen Überblick über die Arbeitszeiten, des/der Freiwilligen erhalten zu können und im Zweifel entsprechende Ausgleichsregelungen für Überstunden und Mehrarbeit zu finden.
  • Dass Überstunden nur im Ausnahmefall oder/und bei Zustimmung des Freiwilligen geleistet werden können
  • Dass Überstunden bis zum Ende der Freiwilligenzeit abgebaut sein müssen. Die Dienststelle kann über das Vorgehen des Überstundenabbaus in Absprache mit der/dem betroffenen Freiwilligen selbstständig entscheiden.
  • Eine besondere Anerkennung der schützenswerten Stellung bei Schichtarbeit: Freiwillige, die ihre Arbeit ganz oder teilweise in Nachtschichten leisten muss in der darauffolgenden Woche ein Ausgleichstag (4-Tage-Woche oder 32h-Woche) gewährt werden.

Faires Taschengeld, faire Kostenerstattung

Der wichtige Beitrag, den die den Freiwilligen für unsere Zivilgesellschaft erbringen wird von diesen nicht aus finanziellen Interessen heraus erbracht. Viel mehr treten die meisten Beteiligten ihre Stelle aus ideellen Geschichtspunkten heraus an. Viele müssen mit einer geringen finanziellen Unterstützung in Form eines sogenannten „Taschengeldes“ auskommen, das als Pauschale ausgezahlt wird und oft nicht einmal für die Finanzierung, der eigenen Lebenshaltungskosten ausreicht.

Auch ist es oft der Fall, dass die ausgezahlten Taschengelder in Abhängigkeit, der Trägerorganisation teils stark variieren. So kommt es zu Konstellationen, in denen verschiedene Freiwillige, deren Arbeitsaufwand sich ähnlich gestaltet dennoch Vergütungsunterschiede im Bereich, teils dreistelliger Beträge in Kauf nehmen müssen.

Eine derartige finanzielle Belastung von Freiwilligen empfinden wir als ungerecht und fordern daher:

  • Dass eine Normierung der Ehrenamtspauschalen und der Taschengelder für Ehrenamtliche eingeführt wird. Diese muss gesetzlich bindend sein. Jeder Freiwillige leistet den gleichen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft und dieser muss auch gleich bezahlt werden.
  • Die Geldleistungen sind bei einer Erhöhung dieser Norm durch die entsprechenden Träger umgehend anzupassen.
  • Der/die Freiwillige, kann sich für zwei Varianten der Fahrtkostenerstattung entscheiden: entweder die Abrechnung eines Monatsticket oder die Erstattung nach Kilometern. Die Erstattung der Kilometern, soll sich nach einem bundesweit bindenden Richtwert setzen.

Partizipation und Teilhabe

Freiwilligendienste geben jungen Menschen die Chance sich einen kleinen Eindruck vom Arbeitsleben zu machen. Dazu gehört Teilhabe am Arbeitsumfeld, als auch die Chance Verbesserungsvorschläge einzubringen, oder Missstände zu kritisieren. Massive Probleme, die Freiwilligen zum Nachteil sind, könnten sich verschlimmern, oder können bis zum Ende der Dienstzeit verschoben werden. Vor allem junge Menschen, die ihren Dienst verlängern, sollen die Chance bekommen sich für die Belange der Kolleginnen und Kollegen einzusetzen um zukünftig, oder auch gegenwärtig eine bessere Grundlage für Freiwilligenarbeit bilden zu können.

  • Die Einsatzstellen, sollen auf Wunsch der Freiwilligen, jeweils eine Vertretung für Freiwillige bilden, die ähnlich Aufgebaut ist wie die JAV (Jugend und Auszubildendenvertretung).
  • Einsatzstellen und Träger müssen einen Beauftragten für die Belange der Freiwilligen ernennen. Dieser/Diese Beauftragte/r soll entweder hauptamtlich, oder zumindest schon ein halbes Jahr im Freiwilligendienst tätig sein.

Klare Strukturen, klare Aufgaben

Der Grund, sich für einen Freiwilligendienst in einem bestimmten Bereich zu entscheiden, ist da sich diese Personen dafür interessieren und sich begeistern können. Man übernimmt – vielleicht zum ersten Mal- Verantwortung und reift anhand der sich gegebenen Aufgaben. Deshalb kann es nicht sein, dass Freiwillige teilweise immer noch als billige Arbeitskraft  eingesetzt werden, oder Aufgaben übernehmen müssen die die persönliche Qualifikation übersteigen. Freiwilligendienste dürfen keine verschwendete Zeit sein!

Die Möglichkeit die Aufgabenbereiche innerhalb der Einsatzstelle zu wechseln soll für die Freiwilligen bei entsprechenden Kapazitäten des Bereiches freigestellt werden.

Bei Fahrtdiensten soll ein Fahrsicherheitstraining vor Antritt des Dienstes verpflichtend sein. Dieses muss jährlich aufgefrischt und vom Träger finanziert werden.

Freiwilligenzeit ist Bildungszeit!

Freiwilligen steht in der Regel eine 25-tägige Bildungszeit zu, deren Inhalt von der Einsatzstelle vorgeschrieben ist. Trotzdem, können manche Freiwilligen, diese Fortbildungszeit nicht nutzen, da sie entweder früher den Freiwilligendienst verlassen, oder krank werden. Seminare können innerbetrieblich sein und an festen Terminen gerichtet sein. Deshalb fordern wir 5 –Bildungstage für Freiwillige, die sie selber ausgestalten können und ggf. bei anderen Trägern machen können. Außerdem sind interne Lehrgänge von der Arbeitszeit abzurechnen.
Für die Zukunft vorbereiten, Freiwillige als Hauptamtliche übernehmen!

In einigen Tätigkeitsfeldern ist eine hauptamtliche Arbeit nach dem Freiwilligendienst möglich (Bsp. Rettungsdienst, Krankentransport, Behindertentransport). Diese Hauptamtlichen Mitarbeiter tragen eine höhere Verantwortung und bekommen Gehalt. Diese „Übernahmemöglichkeit“ ist essentiell wichtig um neue Freiwillige einlernen und in die Einsatzstelle integrieren zu können.  Wir möchten, dass Freiwillige die den Freiwilligendienst mindestens 12- Monate geleistet haben, bei guten Leistungen die Möglichkeit bekommen als Hauptamtliche übernommen zu werden.

Begründung:

Begründung:

erfolgt mündlich

PDF

Download (pdf)

Änderungsanträge zu S-20

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
S-20-15+16 15+16 Böblingen

Streiche Z.15+16

S-20-20-22 20-22 Böblingen

Streiche Z.20-22

S-20-34 34 Mannheim

Zeile 34, nach „Taschengelder“ einfügen: “welches 6 Prozent der in der allgemeinen Rentenversicherung geltenden Beitragsbemessungsgrenze (Stand 2017: 381 Euro) entspricht.“

S-20-34 34 Böblingen

Streiche “der Ehrenamtspauschalen und“

S-20-34-36 34-36 Konstanz

Ersetze Zeilen 34-36 durch „Dass eine gesetzliche Mindesthöhe Ehrenamtspauschalen und der Taschengelder für Ehrenamtliche eingeführt wird. Jeder Freiwillige leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft und dieser muss auch gerecht bezahlt werden.

S-20-49 49 Konstanz

Füge ein in Zeile 49 nach „Wunsch“: „der Mehrzahl“

S-20-49+50 49+50 Böblingen

Streiche Z.49+50

S-20-51-53 51-53 Konstanz

Ersetze 51-53 durch „Dieser/Diese Beauftragte/r soll hauptamtlich tätig sein.“

S-20-52-53 52-53 Mannheim

Streiche Zeile 52-53: „oder zumindest schon ein halbes Jahr im Freiwilligendienst tätig sein“

S-20-61 61 Karlsruhe-Stadt

Ergänze in Z. 61 nach “innerhalb der Einsatzstelle”: “einmal”

S-20-62-63 62-63 Konstanz

Streiche Zeilen 62-63

S-20-63 63 Mannheim

Füge hinzu Zeile 63: Freiwilligenstellen, die innerhalb einer Einsatzstelle eingerichtet werden, müssen im Tätigkeitsbereich immer gemeinwohlorientiert und verhältnismäßig uneigennützig für den Betrieb sein. Die im Dienst getätigte Arbeit muss der mit der Einsatzstelle und Freiwilligen ausgemachten Vereinbarung entsprechen. Der Beauftragte für die Freiwilligendienste hat darauf zu achten, dass dies eingehalten wird.“

S-20-64 64 Mannheim

Ersetze Zeile 64 durch:
• Bildungszeit auch für Freiwilligendienste und Auszubildende
Zur Wahrnehmung politisch bildender Veranstaltungen wie Einladungen in das Parlament werden Schüler, Festangestellte und Studenten freigestellt, jedoch Freiwilligendienste und Auszubildende nicht. Daher fordern wir, dass während eines BFD, FSJ, FÖJ sowie einer Ausbildung eine Freistellung von mindestens 5 Tagen zur Wahrnehmung politisch bildender Veranstaltungen beansprucht werden kann.

S-20-64-70 64-70 Böblingen

Streiche Z.64-70

S-20-66-67 66-67 Konstanz

Streiche in Zeilen 66-67 von „Trotzdem“ bis „werden“

S-20-68-69 68-69 Konstanz

Ersetze in Zeile 68-69 „Deshalb fordern wir 5 – Bildungstage für Freiwillige, die sie bei Trägern machen können.“

S-20-69 69 Karlsruhe-Stadt

Streiche in Z. 69 ab “von” bis Z. 70 “abzurechnen.” und ersetze durch “als Arbeitszeit anzurechnen.”

S-20-70 70 Karlsruhe-Stadt

Ergänze in Z. 70: “Für die Tätigkeit und die Gesundheit relevante Schulungen, wie z.B. Rückenschule oder psychische Widerstandsfähigkeit bei der Arbeit (z.B. in der Pflege oder mit psychisch kranken Menschen) sollen vor Antritt der vorgesehenen Stellen verpflichtend abgehalten werden. Es darf nicht sein, dass Arbeitgeber hier den Schichtplan über das Wohl der neuen Arbeitskräfte stellen.”

S-20-70 70 Karlsruhe-Stadt

Ergänze in Z. 70 nach “übernommen zu werden.”: “Dabei soll ihnen dann ebenso wie bei anderen Ausbildungsberufen auch eine verkürzte Ausbildung in den entsprechenden Berufen möglich sein.”

S-20-71-77 71-77 Tübingen

Streichen

S-20-77 77 Stuttgart

Einfügen in Z.77 nach “werden“ : “und ihre Zeit als Freiwillige als Erfahrung, insbesondere hinsichtlich einer Eingruppierung in einem Tarifvertrag, anerkannt wird.

S-20-82 82 Mannheim

Füge hinzu Zeile 82: Bildungszeit auch für Freiwilligendienste und Auszubildende
Zur Wahrnehmung politisch bildender Veranstaltungen werden Schüler, Festangestellte und Studenten freigestellt, jedoch Freiwilligendienste und Auszubildende nicht. Daher fordern wir, dass während eines BFD, FSJ, FÖJ sowie einer Ausbildung eine Freistellung von mindestens 5 Tagen zur Wahrnehmung politisch bildender Veranstaltungen beansprucht werden kann.

S-20-Z76 Z76 Stuttgart

Streiche in Z.76 “mindestens 12 Monate“

Änderungsantrag zu S-20 erstellen

Um einen Änderungsantrag einreichen zu können, benötigt ihr einen Delegiertenzugang für das Konferenzsystem. Dieser wird vom Landesbüro an die Vorsitzenden der einzelnen Kreisverbände versendet. Zum Anmelden müsst ihr das Widget in der rechten Spalte verwenden.