© Bild von Hubert Berberich / CC BY 3.0

V-6 Macht Liebe gleich!; zur Weiterleitung an: SPD-Bundesparteitag, SPD-Bundestagsfraktion

AntragstellerInnen: Ostalb

Macht Liebe gleich!; zur Weiterleitung an: SPD-Bundesparteitag, SPD-Bundestagsfraktion

Die Jusos Baden-Württemberg fordern den verfassungsrechtlichen Schutz der gleichgeschlechtlichen Ehe nach Art.6 Abs.1 des Grundgesetzes!

Begründung:

Es gibt bereits zahlreiche Gesetze, die die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe zur „Hetero-Ehe“ beinahe komplett machen. Der größte Unterschied besteht zurzeit noch bei Vorsorge-Regelungen für Hinterbliebene und bei der partnerschaftlichen Adoption eines Kindes. In beinahe allen anderen Bereichen wird diese Form der Partnerschaft durch zahlreiche Gesetze der „Ehe“ nach und nach angeglichen. Aber wieso dann noch der ganze Aufwand? Welche Botschaft kommt bei den Betroffenen unter dieser ganzen Gesetzesflut an? Vermittelt die ewige Diskussion nicht letztlich genau das Gegenteil von Annäherung? Eure Partnerschaft ist genauso natürlich, wertvoll und schützenswert wie unsere – aber eben nur fast. Was zur vollständigen Gleichstellung fehlt, ist der besondere Schutz durch das Grundgesetz: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“ - Art. 6 Abs. 1 des Grundgesetzes. Und hier kommen wir zum Punkt: Um was geht es bei dieser Diskussion eigentlich noch? Geht es um Vorurteile? Zum Beispiel, dass Adoptivkinder von Schwulen und Lesben Nachteile haben? Darum, dass solche Beziehungen anscheinend nicht so lange halten? Beides ist schon lange in Studien widerlegt. „Die homosexuelle Orientierung von Eltern ist zwar kein Garant, doch nachgewiesenermaßen auch in Deutschland kein Hinderungsgrund für gelingende Elternschaft und eine Familie, die dem Wohl des Kindes dienlich ist.“ Dies ist das Fazit einer Studie der Universität Bamberg zu Regenbogenfamilien, die bereits 2009 veröffentlicht wurde. Es weist auf eine Tatsache hin, die den Kern der Sache betrifft: Homosexuelle erziehen ihre Kinder nicht besser oder schlechter als Heterosexuelle. Gleichzeitig halten ihre Partnerschaften nicht bemerkenswert länger oder kürzer. Homosexualität bietet keine besseren Voraussetzungen für Erfolg und Glück in Liebe und Familie – aber eben auch keine schlechteren. Es sind einfach die gleichen.

Also um was geht es in dieser Diskussion noch? Oder viel mehr: Um was sollte es gehen? Eine erst kürzlich erhobene US-Studie der Harvard University untersuchte den Zusammenhang zwischen Suizidraten bei Jugendlichen und der Gesetzgebung zur Homo-Ehe in verschiedenen US-Bundesstaaten. Demnach sind die Suizid-Versuche der gleichgeschlechtlichen Jugendlichen in Staaten, in denen die Homo-Ehe gleichgestellt wurde, um 14% zurückgegangen. In den Staaten ohne Gleichstellung blieb die Zahl gleich. Nach Schätzungen von Julia Raifman, der Leiterin der Studie, wurden dadurch jährlich 134.000 Selbstmordversuche verhindert. Begründet werden diese Zahlen von ihr mit dem „Gefühl der gesellschaftlichen Anerkennung“, das den Jugendlichen durch die Gleichstellung vermittelt wird. Wenn man diese Zahl sieht, weiß man eigentlich, um was es in dieser Diskussion eigentlich geht: Um das Leben von Menschen und deren Lebensqualität. Um die Chance auf die Entwicklung eines Selbstwertgefühls und das Gefühl der Zugehörigkeit zu dieser Gesellschaft.

Also macht Schluss mit endlosen Diskussionen, streicht das aber und das fast und macht Platz für ein „Gleich“ - und das sofort!

PDF

Download (pdf)

Änderungsanträge zu V-6

Nr Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Status
V-6-4-35 4-35 Heidelberg

Verschiebe die Begründung in den Antragstext

Änderungsantrag zu V-6 erstellen

Um einen Änderungsantrag einreichen zu können, benötigt ihr einen Delegiertenzugang für das Konferenzsystem. Dieser wird vom Landesbüro an die Vorsitzenden der einzelnen Kreisverbände versendet. Zum Anmelden müsst ihr das Widget in der rechten Spalte verwenden.